Markteintritt in die Türkei aus Kasachstan

Was ein kasachisches Unternehmen wissen muss, bevor es sich in der Türkei niederlässt oder Forderungen gegen einen türkischen Kunden einzieht: Abkommenssätze, Dokumente, Personal und Vollstreckung.

Zuletzt geprüft: 12. Oktober 2026

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Kurzantwort

Ein kasachisches Unternehmen kann 100% einer türkischen Gesellschaft halten und sie an einem Tag eintragen lassen, sobald die Unterlagen vollständig sind. Die Quellensteuer auf Dividenden an die kasachische Muttergesellschaft beträgt 10%. Kasachstan ist Vertragsstaat des Apostille-Übereinkommens, und ein Abkommen von 1995 ermöglicht die Vollstreckung kasachischer Gerichtsurteile in der Türkei.

Wie groß ist das Handelsvolumen zwischen der Türkei und Kasachstan?

Der Handel zwischen der Türkei und Kasachstan erreichte 2025 nach Angaben des türkischen Handelsministeriums ein Volumen von USD 7,8 Milliarden, den höchsten Wert unter den Turkstaaten. 2024 waren 706 Unternehmen mit kasachischem Kapital in der Türkei tätig. Ein bilaterales Investitionsschutzabkommen ist seit 1995 in Kraft. Ein neues wurde im Mai 2026 unterzeichnet und ist noch nicht in Kraft.

Wie werden Dividenden an eine kasachische Muttergesellschaft besteuert?

Eine türkische Gesellschaft zahlt 25% Körperschaftsteuer. Schüttet sie eine Dividende an ihre kasachische Muttergesellschaft aus, behält die Türkei Quellensteuer ein. Der inländische Satz beträgt 15%. Nach dem Doppelbesteuerungsabkommen beträgt der Satz 10%, unabhängig von der Höhe der Beteiligung. Die Sätze stammen aus den PwC Tax Summaries, Stand September 2026. Die vollständige Tabelle für alle Länder finden Sie im Steuerkapitel.

Welche Dokumente benötigt ein kasachischer Gesellschafter?

Kasachstan ist Vertragsstaat des Apostille-Übereinkommens. Kasachische Gesellschaftsunterlagen werden daher notariell beglaubigt, in Kasachstan mit einer Apostille versehen und anschließend in der Türkei von einem vereidigten Übersetzer übersetzt (beglaubigte Übersetzung). Für notarielle Dokumente erteilt das kasachische Justizministerium die Apostille. Eine konsularische Legalisation ist nicht erforderlich.

  • Handelsregisterauszug oder Tätigkeitsbescheinigung
  • Beschluss über die Gründung der türkischen Gesellschaft und die Bestellung ihres Vertreters
  • Vollmacht, wenn die Gründung ohne Anreise abgewickelt wird
  • Passkopien der Geschäftsführer

Den vollständigen Ablauf und unseren Festpreis finden Sie auf der Seite zur Firmengründung.

Können Sie kasachische Mitarbeiter in die Türkei entsenden?

Ja, mit einer Arbeitserlaubnis. Der Arbeitgeber muss für jeden ausländischen Arbeitnehmer fünf türkische Arbeitnehmer beschäftigen und über ein eingezahltes Kapital von TRY 500.000 verfügen oder das Kriterium für Nettoumsatz oder Export erfüllen. Zwischen Kasachstan und der Türkei besteht kein Sozialversicherungsabkommen, sodass entsandte Mitarbeiter in der Regel in der Türkei versichert sind. Kasachische Staatsangehörige können für bis zu 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen ohne Visum in die Türkei einreisen. Die Einreisebestimmungen veröffentlicht das türkische Außenministerium. Einzelheiten finden Sie im Kapitel zur Arbeitserlaubnis.

Was tun, wenn ein türkischer Kunde einen kasachischen Lieferanten nicht bezahlt?

Sie können in der Türkei ein Vollstreckungsverfahren ohne Titel einleiten, der Schuldner hat 7 Tage Zeit für einen Widerspruch. Kasachstan und die Türkei sind beide Vertragsstaaten des Haager Übereinkommens über den Zivilprozess von 1954, das kasachische Unternehmen vor türkischen Gerichten von der Prozesskostensicherheit befreit. Ein Rechtshilfeabkommen in Zivilsachen von 1995 zwischen beiden Ländern, in Kraft seit 1999, regelt die Anerkennung und Vollstreckung von Gerichtsentscheidungen und Schiedssprüchen. Ein rechtskräftiges kasachisches Urteil kann daher in der Türkei vollstreckt werden, ohne dass die Gegenseitigkeit nachgewiesen werden muss. Wege, Kosten und Festpreise finden Sie auf der Seite zum Forderungseinzug.

Wer kann vor Ort helfen?

Für Kontakte und Handelsveranstaltungen ist der Türkiye-Kasachstan-Wirtschaftsrat von DEİK die wichtigste bilaterale Wirtschaftsorganisation. Für die rechtliche und steuerliche Seite Ihres Markteintritts erhalten Sie von uns einen schriftlichen Leistungsumfang und einen Preis.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Quellensteuer auf Dividenden zwischen der Türkei und Kasachstan?

Der inländische Satz der Türkei beträgt 15%. Nach dem Doppelbesteuerungsabkommen beträgt der Satz 10%, unabhängig von der Höhe der Beteiligung.

Benötigen kasachische Gesellschaftsunterlagen eine Apostille für die Türkei?

Kasachstan ist Vertragsstaat des Apostille-Übereinkommens. Kasachische Gesellschaftsunterlagen werden daher notariell beglaubigt, in Kasachstan mit einer Apostille versehen und anschließend in der Türkei von einem vereidigten Übersetzer übersetzt (beglaubigte Übersetzung). Für notarielle Dokumente erteilt das kasachische Justizministerium die Apostille. Eine konsularische Legalisation ist nicht erforderlich.

Muss ein kasachischer Gläubiger vor türkischen Gerichten Sicherheit leisten?

Kasachstan und die Türkei sind beide Vertragsstaaten des Haager Übereinkommens über den Zivilprozess von 1954, das kasachische Unternehmen vor türkischen Gerichten von der Prozesskostensicherheit befreit.

Kann ein Gerichtsurteil aus Kasachstan in der Türkei vollstreckt werden?

Ein Rechtshilfeabkommen in Zivilsachen von 1995 zwischen beiden Ländern, in Kraft seit 1999, regelt die Anerkennung und Vollstreckung von Gerichtsentscheidungen und Schiedssprüchen. Ein rechtskräftiges kasachisches Urteil kann daher in der Türkei vollstreckt werden, ohne dass die Gegenseitigkeit nachgewiesen werden muss.

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